Trotz einiger Meinungsverschiedenheiten ist Los Angeles immernoch ungangefochten das Mekka eines jeden Filmfans. Zum Glück bin ich einer, denn sonst wäre die Stadt wohl nicht so überragend interessant.
Nach einem aus Brotmangel gezwungenermaßen wieder sehr wüsten Abendessen, bei dem wir einfach mal alle verbleibenden Zutaten irgendwie zwischen zwei Brotscheiben gematscht haben, sind Sebastian und Kristin noch kurz in einem unterhaltsamen Eiswürfelwerfen aneinandergeraten bevor wir uns frühzeitig ins Bett bewegten. Heute morgen ging’s dann auf die lange Bustour durch ganz Los Angeles. Wir wurden schon ein bisschen nervös, als wir 15 Minuten nach der angesagten Abholzeit immernoch dastanden, sind die doch sonst so pünktlich hier. Letztlich ging die Tour mit nur 5 Minuten Verspätung los.
Da wir die super deluxe L.A. City, Movie Stars‘ Homes & Beach Tour gebucht hatten, waren wir mit einem sehr kleinen 12-Mann Bus unterwegs, denn nur die dürfen in den Hollywood und Beverly Hills zwischen den Starhäusern rumschüren. Wir teilten uns den Bus mit 2 nicht verheirateten Pärchen aus Italien, einem Ehepaar aus Australien und zwei ebenfalls nicht verheirateten hübschen Russinen. Plus Tourguide Chris. Der kleine Bus war natürlich geschlossen und hatte zu allem Überfluss auch noch getönte, teils ordentlich verkratzte Scheiben, ein Alptraum für Kameras. Daher nur wenige Fotos von der Tour. Erster Stop dann gleich am Walk of Fame, da hätts ja eigentlich gar keinen Bus gebraucht, schließlich wohnen wir da ja gleich ums Eck. Dementsprechend haben wir uns gar nicht gehetzt in den 20 Minuten Aufenthalt möglichst viel abzulichten und haben uns nur schonmal ein bisschen zur Orientierung für später umgeschaut. Das Hard Rock Cafe würde ein schönes Fotomotiv abgeben, wäre da nicht diese blöde Ampel, die aus jedem Winkel irgendwie blöd im Bild steht. Humpf. Wieder sind wir über Bruce Lee gestolpert, dessen Stern unter den über 2000 anderen am Walk of Fame ist auch gar nicht schwer zu finden, man suche einfach den Stern um den eine Gruppe Asiaten versammelt ist. Ganz simpel. Die Abdrücke am Chinese Theater werde ich sicher nochmal genauer untersuchen, spontan haben mich schon die der Star Trek Crew, Cary Grant und natürlich Jimmy Stewart begeistert. Bin noch am überlegen, ob ich mir das Kodak Theater, wo die Oscars verliehen werden, auch noch von innen anschaue. Wäre das erste Mal, dass ich Eintritt in ein Kino zahle ohne dann auch einen Film zu sehen. Da wir den Hollywood Boulevard heute abend oder morgen noch genauer unter die Luper werden, fiel es uns dann auch nicht schwer das Vorurteil deutscher Pünktlichkeit ein wenig zu schüren und grundsätzlich mit die ersten zurück am Bus zu sein.
Die Tour führte uns weiter in die Hollywood Hills, wo es einige Starhäuser zu besichtigen galt. Das erste war das von Orlando Bloom. Aha. Da wohnt er also. Manchmal. Hinter diesen Büschen da. Und dem großen Tor. Da wo die ganzen Kameras hängen. Ok. Nach dem brauchte man ja auch gar nicht Ausschau halten, der wird so langsam auf dem Weg nach Deutschland sein wo er dann ja die „Three Musketeers 3D“ drehen wird. Würzburg ist kleiner, da hat man bestimmt bessere Chancen ihn zu Gesicht zu bekommen. Wobei diese besseren Chancen immernoch relativ nah an 0 sind. Ein Stück die Straße rauf findet man eines der Häuser von Johnny Depp (Orlando Bloom’s Hausnummer ist 2667, Johnny Depp’s 2645). Ehemals gehörte dieses Haus Bela Lugosi, der erste Dracula der hollywoodschen Filmgeschichte. Johnny ist offenbar ein großer Fan von ihm und hat daher sofort zugeschlagen, als das Haus zum Verkauf stand, für 2,3 Millionen wohl auch eher ein Schnäppchen. Je weiter hoch man in die Hollywood Hills kommt, desto teurer werden die Buden, Orlando Bloom wohnt übrigens im eher günstigen unteren Bereich, der bei 1,5 Millionen losgeht. Oben angekommen durften wir die traumhafte Aussicht über Los Angeles genießen, die wollten wir in Videoform auch unbedingt mit euch teilen. Million Dollar View nennt sich das. Hm, viel Smog rechts, kleines Hollywood Zeichen links. Sollte man mal gesehen haben.
Dann gings weiter Richtung Beverly Hills mit kurzem Zwischenstop beim Original Tattoo-Laden von L.A. Ink, schien auch nur mich zu interessieren. Über den Sunset Boulevard / Sunset Strip, wo die bekannten Clubs Viper Room (gehörte teilweise Johnny Depp bis 2004, hier starb der älteste Bruder von Joaquin Phoenix, River Phoenix, an einer Drogenüberdosis) und Whisky a Go Go (da steckt ne Menge Rock’n’Roll Geschichte drin), sowie der Rainbow Bar & Grill (hier hat Marilyn Monroe ihren zukünftigen Ehemann Joe DiMaggio bei einem Blind Date kennengelernt) zu finden sind, vorbei an einem Alkoholladen, den Halle Berry mal im Suff mit dem Auto durchquert hat, gelangten wir schließlich ins schöne Beverly Hills. Markenzeichen hier: superteure Anwesen, die Straßenschilder tragen ein eindeutiges Beverly Hills Logo und in jeder Straße kommt nur eine Sorte Bäume vor. Weitere Starhäuser zu bestaunen. Zuerst die Osbournes (ja, genau da wo damals die Reality-Show gedreht wurde), inzwischen gehört das Anwesen Christina Aguilera. Wer hätte das gedacht. Tom Cruise und Katie Holmes haben ein riesiges neues Anwesen gebaut, auch das durfte kurz bestaunt werden, dann noch ein ehemaliges Anwesen von Frank Sinatra bevor uns Chris die verschiedenen Unfallorte von Lindsay Lohan zeigte (auch die Lage ihrer Rehaklinik hat er uns später noch gezeigt). Ein gewisser Dr. Phil sagte mir dann gar nichts, ist offenbar ein inzwischen recht großer Talkmaster, der von Oprah Winfrey entdeckt wurde. Unweit von Jay Leno, der wohl einer der nettesten Stars in Hollywood sein soll, wohnen auch Victoria und David Beckham. Die sind offenbar in der Stadt, verlässlicher Indikator dafür sind die ganzen Paparazzi deren Autos dort die Straßenränder pflasterten. Sonny Bono und Cher hatten wohl auch mal ein Haus hier, direkt neben Columbo höchstpersönlich Peter Falk. Hier hat sich wenigstens mal was bewegt, wir bekamen seine deutlich jüngere Frau zu Gesicht. Wohl eher ein Trophy-Wife. Den Abschluss der Starhäuser-Tour bildete eines der größten Anwesen, es gehörte mal Elvis Presley, direkt gegenüber noch ein Blick auf das Haus, das Michael Jackson in den letzten Jahren für schlappe $100.000 monatlich bewohnt hatte und dann dort gestorben war. Ich hätte ja gerne Bill Murray’s Anwesen gesehen, alleine schon wegen dem Film Zombieland, aber wie ich inzwischen feststellen durfte war das auch wieder alles verkehrt, das Haus das im Film in Beverly Hills steht, ist in Wahrheit in Georgia und gehört gar nicht Bill Murray. Immer dieser Lug und Trug in Hollyweird. Man hat zwar von den tatsächlichen Häusern nicht viel gesehen und die Bewohner schon gleich gar nicht, trotzdem fand ich diesen Teil der Tour wirklich interessant, man sieht halt doch mal selbst in was für Nachbarschaften die reichen Schauspieler doch leben. Noch ein kurzer Stop an einem wunderschönen Beverly Hills Logo (wo man übrigens seine Parkgebühr mit Kreditkarte zahlen kann, Sachen gibt’s), dann gings weiter durch den Rodeo Drive, alles was in der Mode- und Schmuckwelt einen Namen hat ist hier zu finden. Wer Geld übrig hat, kommt hier sicher auf seine Kosten. Der Rodeo Drive ist ja auch schon durch den Film Pretty Woman sehr bekannt, ebenso wie das dazugehörige Hotel am Ende der Straße.
Unsere Tour führte uns weiter an den Strand von Santa Monica, der heute etwas bedeckt im Dunst lag. Wir haben aber auch echt Glück mit dem Wetter. Hier befindet sich auch das Ende der historischen Route 66, sie verläuft sich quasi direkt im Meer. Dort sind sonst auch nur der Pier, auf dem ein kleiner Vergnügungspark ist und die Einkaufsstraße sehenswert. Zu Beginn gleich mal schnell was gegessen, dann die Läden erkundet. Ein mobiler In & Out Burgers entpuppte sich als echter Blockbuster, Wahnsinn wie lange Leute bereit sind für einen solchen Burger anzustehen. An jeder Ecke von Los Angeles versuchen mehr oder weniger talentierte Menschen entdeckt zu werden und präsentieren sich als Tänzer, Musiker, Maler oder anderes. Wie gesagt, mehr oder weniger talentierte Menschen. Wenns nicht viel zu sehen gibt, fangen wir halt wieder das Blödeln an, dachten wir uns, siehe Fotos. Zwischendurch wurde es aber auch nochmal richtig witzig, wir wurden doch glatt angesprochen „is someone here?“, wer denn berühmtes gerade hier rumlaufen würde, schließlich wären wir ja augenscheinlich Paparazzi. Eine solche Steilvorlage können wir uns da natürlich nicht entgehen lassen, hätte eigentlich antworten sollen, dass wir eine berühmte deutsche Schauspielerin (dafür müsste dann wohl Kristin herhalten) verfolgen. Egal. Wir haben uns daran gemacht, total unauffällig hinter Büschen zu lauern und konzentriert durch den Sucher zu starren. Funktioniert großartig. Es ist echt unglaublich wie viele Leute plötzlich das Suchen anfangen. Da muss man schon arg Kämpfen nicht laut loszulachen. Auch Chris meinte später, wir sähen ziemlich Paparazzi-mäßig aus. Na gut, setzt uns ein paar Promis vor die Linse dann kann‘s ja losgehen. Beim Zurücklaufen zum Bus fiel mir noch eine Ampel ins Auge, wo ganz klar die Hierarchie der Vögel zu erkennen war, natürlich sitzt die Möwe ganz oben. Auf zum Venice Beach, da wo teilweise auch Baywatch gedreht wurde. Ein schon viel schönerer Strand und mein Gott war das angenehm in dem weichen, warmen Sand barfuß rumzulaufen, dabei sind die neune Flip-Flops doch auch so schon unsagbar bequem. Beinahe hätte ich schon wieder T-Shirts gekauft, das habe ich dann doch gelassen, das meiste kriegt man auch online. Fotomotive gab’s sonst auch nur wenige, also hat sich Sebastian ganz dezent den hübschen Russinen genähert und sie dann auch ganz unaufdringlich gefragt, ob er denn nicht ein Bild von ihnen machen solle. Geschickt und ganz abgeklärt eingefädelt. Naja, wozu hat man ein Zoomobjektiv, wenns sonst nichts zu sehen gibt kann man ja mal verfolgen was die Mädels so am Strand treiben. Auffällig an der Touristen-Shoppingmeile war eigentlich nur ein Laden namens Botox on the Beach, direkt nebenan war auch das Medical Mariuhana Evaluation Center. Sehr fein.
Eine kurze Fahrt durch Downtown L.A., das Financial District, vorbei am Staples Center und Convention Center, kurz Chinatown angeschnitten, die School of Performing Arts bewundert (da wo die musikalisch begabtesten Kinder von Los Angeles ausgebildet werden, so modern, dass die Eltern ihre Kinder per Internet beim Unterricht beobachten können. Psychater ist das bestimmt auch schon vorprogrammiert.). Der letzte Stop der Tour dann an der alten Mission, dem ersten Feuerwehrhaus und der Olvera Street. Letztere ist schlicht eine mexikanisch geprägte Billigsouveniermeile. Warum das eine Sehenswürdigkeit ist, kann ich so gar nicht nachvollziehen. Die Produktpalette ist auch irgendwie komisch, ich bin jetzt nicht so scharf auf Wrestlingmasken. Immerhin wurde jeder direkt an sein Hotel auch wieder zurückgefahren, wodurch wir weite Teile L.A.’s nochmals zu Gesicht bekamen, darunter auch noch interessante Gebäude wie City Hall, L.A. Times Gebäude, Disney Concert Hall (architektonisch wunderschön, war früher Hochglanzstahl, als sich dann plötzlich die Unfälle in dem Bereich exorbitant häuften wurde die doch so teure Fassade mit Sand abgerieben und so entglänzt. Hätte man sich ja irgendwie auch gleich denken können) und Capitol Records (zum Beispiel die Beatles haben da aufgenommen).
Die Tour war 6 ½ Stunden lang, wir haben viel von L.A. gesehen und stellen fest, soviel gibt’s da eigentlich gar nicht zu sehen. Es ist alles ganz nett, aber San Francisco ist da zum Beispiel deutlich schöner. Eine schöne Stadt ist L.A. jetzt wirklich nicht. Warum da die Stars alle wohnen kann man sich auch nur damit erklären, dass halt ihre arbeitgebende Industrie eben hier angesiedelt ist. Der Hollywood Boulevard ist also auch das absolut beste was man sich hier anschauen kann. Damit bin ich persönlich auch schon sehr zufrieden. Heute abend wird der auch noch genauer in Augenschein genommen. Allein bei den 2400 Sternen des Walk of Fame können wir bestimmt viel Zeit verbringen, den von James Stewart habe ich schon gesichtet, da muss ich mich noch mit ablichten lassen. Vielleicht habe ich bis ihr das hier lest auch schon weitere Zeilen und Fotos von dort online. Mal sehen was das Nachtleben sonst noch zu bieten hat, das können wir auch morgen nochmal genießen bevor es am Sonntag morgen entlang der Route 66 nach Las Vegas weitergeht. Morgen werden wir dann noch zur Queen Mary fahren und möglicherweise ein paar Filmstudios anfahren. Einfach mal um sie von außen anzuschauen, rein kommt man da in den Ferienzeiten sowieso nicht und am Wochenende gibt’s meines Wissens auch gar keine Führungen. Mal sehen, wie uns Los Angeles morgen gefällt wenn wir es alleine erkunden.
Gerade sagt mir Sebastian, dass offenbar Wurstwasser auf unsere Mountain Dew Dosen getropft ist und es daher relativ ungenießbar schmeckt. Also werden wir jetzt alle Dosen abwaschen. Bei der Gelegenheit kann ich auch erwähnen, dass Twix nicht mit wasserfestem Kleber verschlossen werden, auch die sind im Eiswasser der Kühlbox teilweise vollgelaufen. Yummy.
Eine Anmerkung zu Beginn: Die Upload-Geschwindigkeit ist auch heute sehr langsam, weshalb einige unserer Videos wohl noch etwas auf sich warten lassen. Ich werde hoffentlich zumindest eines von gestern schaffen. UPDATE um Mitternacht: Video mit ganz vielen niedlichen Squirrels ist jetzt beim Blogpost Küstenstraße online! Nun zu heute.
Santa Barbara. Eine wunderhübsche californische Küstenstadt, genau wie man sie sich vorstellt. Sebastian und ich wollten eigentlich um 5.30 aufstehen um eine Sonnenaufgang-Fotosession am Strand zu machen. Ein Blick aus dem Fenster reichte jedoch um das Vorhaben gleich zu begraben, grauer Himmel, rötliche Sonne nirgends zu erkennen. War darüber auch gar nichtmal so sauer, dafür war das Bett einfach viel zu bequem. Das wohl bequemste Motel-Bett bislang.
Unser einziger Punkt auf dem Tagesprogramm war die franziskanische Old Mission von Santa Barbara, auch genannt Queen of the Missions, die es bereits seit 1786 gibt. Das schönste Fotomotiv dort war in jedem Fall der schöne Brunnen mit noch schöneren Seerosen, die leider teilweise von Geld verunstaltet worden waren. Dass die Touristen auch in jedes Gewässer an dem sie vorbeikommen Geld reinwerfen müssen in dem blöden Aberglauben, das würde irgendetwas bewirken. Selbst wenn, mit so kleinen Beträgen kommt man sicherlich nicht weit. Das Geld für eine nähere Betrachtung von innen haben wir uns gespart, da langte es mir mal schnell einen Schnappschuss zu machen. Von außen war das Gebäude eh viel interessanter. Wenn’s sonst nicht so viel zu sehen gibt, dann widmet man sich halt den Details. Wie man auf den Fotos sieht, habe ich mich heute intensiv der Flora und Fauna Santa Barbaras gewidmet. Kaum hat man eine professionell aussehende Kamera in der Hand, wird man laufend von Mittouristen von der Seite angelabert, ob man sie nich vor der jeweiligen Sehenswürdigkeit ablichten könnte. Auch sich noch ein paar Minuten Zeit zu nehmen um scheinbar genau durchdachte Fotos zu machen schüttelt die nicht ab, da wird geduldig gewartet. Die glauben wohl, man könnte viel besser Fotos machen als andere (hm, das Kompliment würde ich eigentlich annehmen, stimmt ja auch) und das auch noch mit ihren popeligen Kompaktkameras. Wenn man so oft um diesen Gefallen gebeten wird bekommt man fast Lust erstmal ein paar ganz schlechte Fotos oder Detailaufnahmen von unvorteilhaften Körperregionen zu machen, bevor man dann den so heiß begehrten Standard-Urlaubs-Shot macht. Vielleicht vermittelt eine große Kamera auch einfach Sicherheit, denn wer will schon mit so kleinem Spielzeug weglaufen wenn er schon viel schöneres Spielzeug hat. Und gerade sehe ich, dass Sebastian mich schon wieder kopiert. Der Sack. Hat neulich schon frech eine ganze Postkarte von mir abgeschrieben. Wobei, das Ergebnis war echt ganz witzig.
Danach ging’s zurück zum Strand um dort den Pier zu erkunden. Ein Parkplatz, den man für länger als 90 Minuten besetzen konnte, war nur recht weit außen zu finden, sodass wir ein ganzes Stück den Strand zurücklaufen mussten. Wie schade. Gelegenheit, wiedermal Möwen und andere fliegende Tiere mit der Kamera zu drangsalieren. Das ist anstrengend macht hungrig. Wenn man schonmal am Pier ist, kann man auch ein wenig Seafood genießen. 75% unserer Gruppe haben sich für die Hummer-Pasta entschieden. In Butter und Knoblauch geschwenkt mit Weißwein abgelöscht und sonnengetrockneten Tomaten sowie frischem Parmesan verfeinert. Sehr schmackhaft muss ich sagen, das könnte ich öfter essen und es war wirklich reichlich Hummer drin. Auch der Cesar Salat dazu war eine gute Wahl. Mit angemessenen 15% Trinkgeld kamen wir zu viert auf $95, in Euro umgerechnet war das gar nicht mal teuer, grob €18 pro Person. Das schafft man daheim auch ohne frischen Hummer.
Santa Barbara scheint sich zum neuen Mallorca zu entwickeln, soviele Deutsche (heute: Schwaben) und Österreicher haben wir bisher nirgends gefunden. Der Rest spricht spanisch und ein paar Englisch-Muttersprachler soll es da auch noch geben. Noch schnell den schönen Delfinbrunnen abgelichtet, dann gings in die State Street, die wohl einzige Sehenswürdigkeit Santa Barbaras neben der Mission und dem Strand. Eine ellenlange Einkaufsstraße, natürlich kamen wir da nicht umhin auch ein bisschen Geld zu lassen. Sebastian und ich haben uns feine neue Flip-Flops gekauft, meine anderen habe ich im Gebirge ziemlich abgelatscht. Da sieht man mal die Qualität dieser, bei einer schwedischen (?) Bekleidungskette gekauften, Zehenläufer für teure €6,95. Die neuen sind gleich viel bequemer, Marke Ocean Minded. Vielleicht liegt das daran, dass man in die Schuhe mit einem guten umweltbewussten Gefühl gleitet, immerhin sind darin alte Plastikflaschen und Autoreifen und weitere recycelte oder erneuerbare Materialien verarbeitet. Da zahlt man doch auch gerne ein paar Dollar mehr. Eventually, everything ends up in the ocean ist das Motto der Firma. Hm also auch die recycelten Plastikflaschen und Autoreifen. Egal, die Teile sind sehr bequem und sehen auch noch gut aus.
Endlich haben wir auch einen richtig professionellen Fotoladen gefunden, in dessen riesigem Sortiment ich auch meine ersehnten Gegenlichtblenden für beide Objektive gefunden habe. Einmal Original von Canon, einmal Gummi von Hama. Jetzt kann ich auch mit Gegenlicht Bilder machen ohne irgendwelche Hüte zum Abschirmen der Sonne rumwedeln zu müssen und sehe beim Fotografieren noch professioneller aus, allein schon weil die Objektive noch größer wirken. Eine Speicherkarte kann man bei den günstigen Preisen auch noch dazu nehmen.
Vorbei an der Scientology-Kirche auf zu macy’s wo wir uns dann mal eben alle verloren haben und so konnte niemand Kristin davon abhalten doch noch etwas zu kaufen bevor wir New York erreichen. Wer sich fragt, ob es seine Kleidergröße bei macy’s gibt, erkennt das sehr einfach indem er einfach mal versucht eine Rolltreppe zu benutzen. Recht schmal. Naja, im T-Shirt Laden gegenüber hätte ich dann fast ein Mitbringsel gekauft, Aufschrift „Sarcasm – It beat’s killing people“. Derjenige, für den es gewesen wäre, erkennt bestimmt, dass es für ihn gedacht gewesen wäre. Was für ein Satzkonstrukt. Ich hoffe mal, ich finde noch was besseres. Selbst kann ich keine Stadt, in der wir einen Tag oder eine Nacht verbringen, verlassen ohne ein Kleidungsstück von dort mitzunehmen. Heute fiel die Wahl auf zwei schöne T-shirts. Ein noch schöneres gab es leider nur noch in S oder XL aufwärts. Eigentlich wollten wir ja gar nicht so viel einkaufen (wobei, viel eingekauft habe auch eigentlich nur ich), der Rest des Tages war ursprünglich für den Strand vorgesehen. Viel zu warm und unsere Haut ist uns teuer, Sebastian und ich hatten schon als Ausweichplan eines der drei Kinos auf der State Street ins Auge gefasst. Immerhin habe ich seit meiner Abreise keinen Film mehr gesehen. Rekord würde ich sagen, seit Jahren die längste Zeit ohne. Mit dem Einkaufen haben wir uns aber genug Zeit gelassen, auch das strengt an, sodass wir nur noch an einem Smoothie-Laden Halt machten um eine vitaminreiche gequirrlte Köstlichkeit zu uns zu nehmen. Wahlweise kann man die sogar mit einem Pulver verfeinern lassen, das den sonst ja so ungesunden Mix um 51 Vitamine, Mineralien und sonstiges vermeintlich gesundes Zeug ergänzt. Auch das ist übrigens eine ganz normale, amerikanische Eigenheit. Im Supermarkt tut man sich auch mitunter schwer ein Wasser zu finden, das nicht destilliert ist und bereits Mineralien enthält. Denn der Durchschnittsamerikaner gibt lieber zweimal Geld aus und kauft zum mineralbereinigten Wasser eine große Dose Mineralien zum selber reinrühren dazu. Wie dem auch sei, mein unverfeinerter Smoothie war extrem lecker. Orange Plus hieß er und bestand aus frisch gepresstem Orangensaft, Apfelsaft, Pfirsichen und Blaubeeren sowie gefrorenem Joghurt. Vitaminbombe und sättigt gut. Dachte ich zunächst, die Preise wären mit $4.25 auch relativ europäisch, wurde ich doch schnell überrascht, als ich einen 24 Oz, also etwa 0.7 L, Becher in die Hand gedrückt bekam. Da nuckelt man eine Weile dran.
Auf dem Rückweg zum Auto wurde auch Sebastian schon wieder von Touristen um ein Foto gebeten und nach eigenen Worten hinderte ihn nur das Nichtauffinden des Zoomreglers am Umsetzen unseres vorher erläuterten Planes. Brüste, Gemächt, dann gewünschter Weitwinkel. Derweil habe ich mich sehr über einen Anhänger mit der Aufschrift „Oil Spill Response Equipment“ amüsiert. Auf dem Foto ist eindeutig erkennbar, dass dieser eine Container (der wirklich einzig auffindbare an der Küste) bestimmt ausreichend Ausrüstung enthält um einen Ölunfall auf einer der sieben(!) Bohrinseln vor der Küste Santa Barbaras fachgerecht einzudämmen. Man sieht, wir lernen schnell.
Unser Auto gefällt uns derweil auch nicht mehr so recht. Um ehrlich zu sein ist es sogar als ziemlich beschissen zu bezeichnen. An demselben angekommen erkannten wir nämlich schnell, warum die ganzen schattigen Parkplätze unter Palmen frei gewesen waren. Jetzt sind wir sozusagen ordentlich angeschissen.
Unterwegs nach Los Angeles haben wir auch gleich einen lokaltypischen Stau genossen, sind inzwischen aber im Motel 6 direkt am Hollywood Boulevard abgestiegen und das ohne Reservierung und obwohl das Schild „No Vacancy“, also „nix frei“ hell leuchtete . Promt haben wir doch tatsächlich eine Straße gefunden, die steiler ist als alles, was wir in San Francisco gesehen haben! Eine, wie ich finde, reife Leistung. In dem Motel fühlte ich mich doch gleich heimisch. In der Lobby lachten mich gleich Größen wie Cary Grant, Katherine Hepburn, Ingrid Bergman, Humphrey Bogart, Gene Kelly, Frank Sinatra und last, but absolutely definitely not least, James Stewart von alten Filmplakaten an. Wir kommen übrigens überraschend günstig weg. Mit $120 für vier Personen pro Nacht ist’s sogar günstiger als das Minizimmer in Santa Barbara ($135). Mit Steuer in Euro also schlappe €26 pro Person und Nacht. Der Hollywood Boulevard ist also nicht so viel wert wie der Strand. Hm. Der Mensch an der Rezeption (dessen Namen ich mir mal dringend merken sollte) hat sich auch mit außergewöhnlicher Sorgfalt um uns gekümmert und uns auch gleich eine über 6-stündige Bustour für morgen früh verkauft. Er kam wenig später persönlich nach draußen um uns darüber zu informieren, dass er uns sogar noch einen Parkplatz im eigentlich vollen Motelparkhaus verschaffen konnte und wir so nicht einen Block weiter parken müssten. Denn die Bustour geht bereits um 8.50 früh los und die Mühe, noch früher zum Umparken aufstehen zu müssen wollte er uns nicht zumuten. Später als ich runterging um noch Handtücher zu organisieren, hat er sich sogar noch ohne Spicken an meinen Namen erinnert (Mr. Gampörd, close enough) und wollte mir sogar den einen Dollar zurückgeben, den wir für die Bustour zuviel hingelegt hatten. Den hatte er sich für seine Mühen aber längst verdient. Außerdem würde das ja unsere Story ruinieren, denn eigentlich hatten Sebastian und ich geradeso $100 Anzahlung in bar zusammenkratzen können. Und gerade eben hat er angerufen um zu fragen, ob mit dem Zimmer alles passt. Gemeinsam werden wir ihm mal $20 Trinkgeld zustecken, wenn wir wieder Bares haben…
Wir haben auch den Beschluss gefasst, hier auch endlich mal ein wenig Nachtleben zu genießen, was wir bisher ja gar nicht gemacht haben. Ich werde mich bemühen trotzdem weiterhin umfassend und zeitnah zu berichten. Man beachte bei den Fotos unseren fein säuberlich eingeräumten Kühlschrank. Ich glaube, wir brauchen mehr Mountain Dew. Ach ne, neben mir stehen ja noch zwei große Flaschen der anderen Sorten. Grün, blau, rot. Ein Traum.
Unsere Nacht auf dem Campingplatz war eigentlich recht gut. Der sandige Boden war vergleichsweise weich, der Sternenhimmel über der wenig beleuchteten Gegend unsagbar klar, jenseits allen was man in Deutschland zu Gesicht bekommt. Wunderbar. Das Wasser des breiten Baches, der durch das Camp floss, plätscherte uns sanft in den Schlaf. Beste Voraussetzungen für eine geruhsame Nacht, wäre da nicht ein vermutlich mächtig übergewichtiger Herr ein paar Zelte weiter gewesen, der ohrenscheinlich vorhatte, den Wald um uns herum im Alleingang zu Kleinholz zu verarbeiten. Wenigstens kein Bär, keine Schlange. Aber man konnte schon fast Lust kriegen, eine Wurstscheibe in Richtung des schnarchenden Zeltes zu schmeißen und so vielleicht einen Bären anzuheuern, der das Problem wohl lösen würde. Alles Spekulation, die Nacht haben wir trotzdem gut überstanden. Beim Frühstück zeigte sich wiedereinmal, das eigentlich alles mit Frischkäse besser schmeckt und diesmal hatten wir auch einen kleinen Nachtisch, Apfelmuß in Bechern. Kindheitserinnerungen werden wach und da man kann schonmal wieder kindische Flugzeugspielchen machen und viel rumalbern. Mit Schrecken sahen wir dann eine von Hollandfähnchen gezierte Karawane unweit unseres gerade frisch demolierten Autos vorbeiziehen, sie habens gerade so geschafft den Park unfallfrei zu verlassen. Puh, knapp, aber nochmal Glück gehabt. Holländer schienen uns auch den ganzen Tag zu verfolgen, sodass wir sämtlichen Wohnwägen mal großzügig auswichen, einfach nur um sicher zu gehen.
Dann ging es endlich richtig rein in den Yosemite National Park. Ein schöner Nationalpark ist das, mittendrin gibt’s eine Tankstelle, passt super ins Bild. Aber, sie ist nicht von BP. Im Yosemite Shop hat Sebastian dann auch endlich einen Hut gefunden, Stephan konnte seine Quarter-Sammlung um den seltenen Yosemite-Quarter ergänzen. Die Sau. Neid. Im Park wuselt es überall. Neben gelegentlich auch vors Auto springenden Rehen sieht man vor allem – „Squirrels“ – oder auch Chipmunks. Diese kleinen posierlichen Viecher sind offenbar auch schon ziemlich an die zahlreichen Touristen gewöhnt, die sie liebend gerne ablichten, sodass man recht nahe an sie herankommt. Derweil streiten wir noch darüber ob die eher fett oder doch einfach schwanger waren.
Der Yosemite Park ist in jedem Fall einen Besuch wert, ich würde da jederzeit wieder hinkommen und ihn am liebsten mal eine Woche zu Fuß und mit dem Boot erkunden. Den Crater Lake kann er locker in die Tasche stecken und bisher ist der Yosemite zweifellos das Highlight der Tour. Wir haben zunächst im Tal angefangen, mal alles von unten bestaunt und sind dann auch mal zu Fuß zum Wasserfall gelaufen, der aber in dieser Jahreszeit relativ wenig Wasser hat.
Nach einer Rundtour durchs Tal haben wir uns auf die kurvenreiche, Fahrt in die oberen Regionen gemacht, selbst für europäische Verhältnisse eine enge Straße, auf der man fast seekrank werden kann. Selbstverständlich grundsätzlich ungesichert, man würde ja auch nicht wollen, dass bei einem Unfall die Straße verstopft ist, dann lieber schööön ungebremst den steilen Hang runter mitten in den Wald rein. Trotzdem kommen manche Leute auf die Idee, einfach mal auf der Straße anzuhalten, was schnell zu Staus und schönen Hupkonzerten führt, sodass sämtliche potentiellen Bären sicher effektiv verscheucht wurden. Wieder eine Sorge weniger. Vermutlich waren das auch wieder, na wer hats? - Holländer.
Auf dem Weg nach oben kommt man an vielen Aussichtspunkten vorbei, einer schöner als der andere. Schon beim ersten denkst du dir „meine Fresse ist das einfach nur wunderschön hier“ , bei der nächsten „scheiße ist das geil hier“, eine weiter weißt schon gar nicht mehr wie du beschreiben sollst wie viel toller die Aussicht jetzt wieder ist als die vorherige und als wir dann endlich am Glacier Point ankamen und uns der Kante näherten dachte dachte ich mir einfach nur noch „Fuck me sideways!“. Simply Awesome. Ich denke auch, dass es unmöglich ist, dieser majestätische Weite in Fotos auch nur annähernd gerecht zu werden. Also da bleibt dir echt die Spucke weg und das nicht nur aufgrund der geringen Luftfeuchtigkeit. Hoffentlich sind die Panorama-Aufnahmen was geworden und ich krieg die schnell entwickelt, dann kann man wenigstens einen kleinen Eindruck erhalten. Übrigens kann man den Glacier Point sogar auf Google Street View anschauen.
Eigentlich wollte ich noch einen Absatz zu den Plumsklos da oben schreiben, da bleibt dir auch die Luft weg, aber irgendwie passt das jetzt grad nicht rein.
Leider hatten wir wiedereinmal mit dem Wetter nicht das größte Glück, diesmal fing es sogar das donnern an und in der Ferne waren vereinzelt Blitze zu sehen. Zog dann verdammt schnell zu. Sebastian und ich wollten trotzdem noch unbedingt zum Sentinel Dome, ein Aussichtspuntk der nochmal über 250m höher liegt als der Glacier Point und von dem aus man einen 360° Blick über die fantastischen Felsen hat. Auf unserer Karte ist leider nicht angegeben, wie tief unten das Tal liegt, aber die Spanne an Höhenmetern die wir heute erleben durften ist schon gewaltig. Der Glacier Point liegt auf 2199m, der Sentinel Dome auf 2476m. Da Sebastian und ich da oben auch noch Felsbrocken bestiegen sogar noch ein paar Meter mehr. Den Sentinel Dome kann man nur zu Fuß erreichen, an sich nur knapp 2km, durch die zu überwindenden Höhenmeter braucht man dafür aber schon ne Weile. Trotzdem kein Grund, das nicht in Flip-Flops zu erledigen. Letztlich oben angekommen sind nur Sebastian und ich, da es Kristin schon vorher zu kalt wurde und schon ein paar Tropfen vom Himmel gefallen waren. Sebastian und ich hat das nicht weiter gestört, schließlich weiß man ja nicht, wann und ob wir wiedermal die Gelegenheit bekommen. Solange wir nicht nass bis auf die Knochen und die Kameras funktionsfähig sind, ist alles im grünen Bereich. Da Sebastian leider unfähig ist, am Steuer Twinkies zu essen ohne sich einzusauen, musste er T-Shirt wechseln. Da das einzig zu erreichende sein San Francisco T-Shirt war, liefen wir seitdem im Partnerlook rum. Und ich dachte diese Phase hätten wir längst hinter uns gelassen…
Der Yosemite ist so unsagbar schön, da kann man schonmal die Zeit vergessen. Deutlich später als üblich kamen wir los, man braucht ja auch eine Weile, bis man aus dem Riesenpark rausgefahren ist. Zum ersten Mal fuhren wir also bei Nacht, Zeit die wunderbaren Halo Lights (passive Beleuchtung an der Decke) im Auto zu genießen. Allesamt hungrig und allesamt Lust auf mal was anderes, vor allem was Warmes. Ich habe ja immernoch gewaltige Bildungslücken in Sachen amerikanisches Fastfood, daher auf zu Sonic – America’s Drive In. Der Laden ist eine Ausgeburt amerikanischer Faulheit, ein wirklich reiner Drive-In. Sieht dann so aus, dass es einen Drive Through gibt, das, was man bei uns als Drive In kennt, für diejenigen, die es besonders eilig haben. An der Seite der Burgerküche gibt es dann 15+ weitere Autoschalter. Dort klingelt man dann, bestellt und erhält irgendwann seine Fressalien. Bei einem großen Sonic kommen die Angestellten dann auf Rollstuhen, unserer war leider zu klein und wir erhielten unser Essen nur zu Fuß. Enttäuschung des Tages. Aber lecker. Ich habe mich für einen Sonic Double Cheesburger und ein Chicken Bacon Ranch Sandwich sowie die mit besten Mozzarella Sticks, die ich bisher bekommen habe, entschieden. Der footlong quarter pound Hot-Dog mit Chilisauce und Sprüh-Schmelzkäse hätte mich aber durchaus auch gereizt. Auch wenn’s ein Mietauto ist, total einsauen muss man’s ja dann doch nicht. Sebastian musste seine Neugier befriedigen ,was zur Hölle denn wohl Jumbo Chicken Popcorn wäre, es stellte sich heraus, dass es sich dabei um ziemlich dick panierte kleine Hühnerstückchen handelt. So dick, dass man vom Hühnchen eigentlich gar nichts schmeckt. Hat man dann sein Essen, kann man wahlweise stehenbleiben und im Auto sitzend essen, beim Fahren oder doch aussteigen und die Metallbänke und –tische entlang der Schalter nutzen. Wir entschieden uns für ersteres. Zu dem Zweck gibt es bei den größeren Sonic-Schuppen sogar extra Tabletts, die man am Fenster einhängen kann. Auf was für Zeug die kommen. Unglaublich. Auf dem Weg zum Sonic fielen mir auch gleich die tollen Reflektoren in der Straße auf. Diese Dinger sind wirklich fantastisch, denn so braucht man gar keine Straßenbeleuchtung mehr. Sie sind zwischen den Mittelstreifen angebracht, die Straße sieht dann fast wie eine Landebahn aus, und dienen tagsüber gleichzeitig als Hubbel die dich warnen, wenn du auf die andere Spur rutschst. Entlang der fressbudengepflasterten Straße sahen wir auch einen Laden namens Wienerschnitzel und ganz wie in good old germany schwanken auch hier die Spritpreise munter von Tankstelle zu Tankstelle.
Auf der Suche nach einem Campingplatz kamen wir an einem kleinen Flughafen und einem Golfplatz vorbei, also irgendwo muss es doch auch einen dieser sonst am Highway nicht unüblichen Übernachtungsplätze geben! Da wir doch ein bisschen langsam unterwegs waren, mussten wir laufend rechts ran fahren um die drängelnden Amis und Mexikaner vorbeizulassen, einen zweiten Auffahrunfall brauchten wir nun wirklich nicht. Man könnte ja meinen, dass $1000 Dollar Drängelstrafe Anreiz genug wären, eben das nicht zu tun. Weit gefehlt, das einzige was hilft, die zum Abstand-Halten zu bewegen ist, Trunkenheit zu simluieren. Fängt man allerdings auf kerzengerader Strecke mit dem Schlingern an, risikiert man, dass einem anderen Schild dann plötzlich Folge geleistet wird und man der Polizei als betrunkener Fahrer gemeldet wird und dann zahlst du kräftig, eigentlich ja für die Blödheit anderer. Man wollte ja auch in ihrem Sinne nur einen Unfall vermeiden.
Gegen 22 Uhr waren wir schon beinahe am Parkeingang zum King’s Canyon und die Gegend wurde langsam aber sicher campingplatzungeeignet, denn es ging schon wieder hoch hinauf in die Berge. Linkerhand entdeckten wir dann doch noch ein Motel, das Snowline Lodge in Dunlap, welches bei Nacht zwar nicht übermäßig einladend aussah, aber eine Wahl hatten wir ja nun auch nicht wirklich. Mich erinnerte es eher an ein klassisches Setting für einen Horrorfilm und ich war schon kurz davor, noch schnell unsere letzte Position per SMS nach Deutschland zu funken, als ich feststellte, dass ich ja gar keinen Empfang hatte. Tja, mussten wir unser Glück halt so versuchen. Die Machete für $6.88 bei Walmart wäre da wohl ein guter Ausgangspunkt gewesen. Die Lobby, wenn man so will, war auch sehr außergewöhnlich eingerichtet, rechts der Eingangstür starrte uns erstmal eine ausgediente Schaufensterpuppe an, die lasziv auf einem Klavier saß. Alles hatte eher den Anschein einer Bar, der dezente Biergeruch des Motelbesitzers verstärkte diesen Eindruck noch. Beim Hereinkommen hatten wir aber schon andere Fahnen bemerkt, nämlich Landesflaggen aus aller Welt, welche die gesamte Front des Motels zierten und Weltoffenheit propagierten. Außerdem war der Besitzer unwahrscheinlich nett und sehr bemüht, es uns schwer zu machen, seinen Alkoholpegel richtig einzuschätzen. Das Motel war aber leider voll, er bot uns aber für günstige $85 eine halbe Hütte an. Eine Cabin in the Woods wenn man so will, unter wieder traumhaft klarem Sternenhimmel. Ein Fullsize-Bett und ein Twin-Bett sollte es haben, so ungefähr kam das auch hin, ich entschied mich für Isomatte und Schlafsack, auch wenn uns eine weitere Matratze angeboten worden war. Sebastian hatte auch promt viel Spaß mit meiner Kamera und freute sich wie ein Schneekönig, wie schöne Bilder da doch bei Dunkelheit noch möglich waren. Sehr amüsiert waren wir auch über die bunkerartige Tür: Schloss, Zweitschloss, Riegel, Kette. Nicht zu vergessen die Fliegentür davor, die auch von innen verriegelt werden konnte. Macht zunächst einen sehr sicheren Eindruck, Eindringlinge würden aber vermutlich keine größeren Probleme haben über das Fenster direkt neben der Tür einzusteigen. Egal, wir erfreuten uns erstmal der ausgesprochen guten Ausstattung, die beste Motelausstattung bisher, auch wenn die Dekoration geschmacklich eher unausgeglichen war. Man hatte sich bemüht, soviel konnte man feststellen. Heizofen, Gasherd, Mikrowelle, Waschmaschine, Trockner und ein Ghettoblaster, mit dem man wahlweise schnarchende Nachbarn übertönen oder einfach gehässig terrorrisieren könnte. Höhepunkt war aber das Klo, das frei nach dem Motto „more Power!“ fast schon wie ein Astronautenklo gierig alles schluckte was man hineinfallen lies. Ein Video mussten wir davon selbstverständlich auch drehen, sollten wir einigermaßen stabiles WLAN haben, könnt ihr das auch genießen. Die saubere, aber niedrige Dusche verleitete uns zum Neologismus, das Limboduschen™ ist geboren! Es gab übrigens genug Propanbehälter in und vor der Hütte um das ganze Motel fachgerecht in die Luft zu jagen. Morgens bemerkten wir dann auch die Dosen Spaghetti und Ravioli auf dem Tisch. Viel dringender musste allerdings unser letzter Apfel aus Seattle verspeist werden und wo wir es gerade von Verfallsdatum haben: es kam die Frage nach dem möglichen Verfallsdatum von Twinkies auf. Es gibt eines und das ist auch relativ kurz. Die bisher von uns gekauften Packungen hatten in der Regel eine Haltbarkeit von wenigen Wochen. Ist ja auch Sahne drin. Derweil sind wir auch munter am Durchprobieren des gesamten Hostess-Sortiments. Snoballs sind übrigens sehr lecker (kleiner Schokokuchen mit Marshmallow außenrum, drüber noch Kokosstreußel) und nein, kein Schreibfehler die schreiben sich wirklich Snoballs. Als ich dann auschecken wollte, war das Motel bereits ziemlich menschenleer, wir hatten auch recht gut verpennt. Der Motelbesitzer winkte mir dann aus seinem gewaltigen Jacuzzi, der neben dem Motel installiert war, und fragte noch munter, wie denn die Nacht war. Wunderbar, danke der Nachfrage. Und Tschüss.
Am King’s Canyon waren wir jetzt ja schon sehr nah dran, sehr erfreut waren wir über die Zahlstation (an der wir ja nur unseren Jahrespass für alle Parks durchziehen lassen müssen, sparen da ordentlich, da sonst jeder Park $20 Eintritt kostet. Vielleicht können wir den Pass am Ende noch zum halben Preis weiterverscherbeln.). Die Zahlstation blockierte nämlich nicht wie sonst die Straße, sondern man musste links abbiegen, kurz im Kreis, zahlen/Karte durchziehen und wurde dann wieder auf die vorherige Straße zurückgeleitet. Kommt auch keiner auf die Idee einfach durchzuschüren. Mein Kameraakku machte dann auch noch schlapp, glücklicherweise hab ich ja drei und kann die ja praktischerweise auch im Auto nachladen. Irgendwie laden wir inzwischen alle unsere diversen Geräte im Auto auf und selten im Motel, wobei, sind ja auch häufig auf dem Campingplatz in letzter Zeit. Wie dem auch sei, ab und zu kann man sich schon um die zwei Ladeanschlüsse streiten.
Nach dem wunderschönen Yosemite hatte es der King’s Canyon schwer uns noch zu beeindrucken. Wir behaupten einfach, es liegt schlicht an der Reizüberflutung der letzten Zeit und vermutlich ist das sogar richtig. Es fühlt sich gar nicht so an als wäre ich erst seit einer guten Woche hier. Bei allem was ich da schon gesehen hab. Man verliert auch total das Zeitgefühl und meistens muss ich erstmal überlegen, welcher Tag denn überhaupt ist und selbst dann bin ich mir meist alles andere als sicher. Vielleicht ist das jetzt das, was man unter einem japanischen Urlaub versteht. Hin, Fotos, heim, dann genießen. Naja, ganz so schlimm ist’s nicht. Wir genießen das alles hier schon sehr. Der King’s Canyon ist aber auch anstrengend, denn an sich ist man vor allem am Fahren. Um zu den verschiedenen besonders sehenswürdigen Punkten zu kommen muss man ewig fahren. Warum das Ding Canyon heißt, konnten wir auch nicht wirklich herausfinden, ist nämlich mehr ein langgezogenes Tal als ein Canyon, wie man ihn sich vorstellt. Auch viel zu grün und voller Bäume. Am Ende der Straße zum King’s Canyon gab es dann vor lauter Bäumen auch kaum etwas zu sehen, daher sind wir auch lieber zu einem vorherigen Aussichtspunkt zurückgefahren um von dort eine Ahnung zu bekommen, was da denn jetzt so toll sein soll. Versteht das jetzt nicht falsch, es ist schon schön da, aber gegen den Yosemite kann der King’s Canyon einfach nur abstinken. Das Schönste da ist der Fluss, der King’s River, an dem Sebastian und ich auch oft anhalten wollten um Fotos zu machen. Das Verhältnis Sehenswürdigkeiten – Fotos ist bei mir an diesem Tag auch ganz schön ab der Norm. Ich habe mal ein wenig mit kurzen Belichtungszeiten experimentiert, wodurch man wunderschön Wasser einfrieren kann. Gefällt mir. Auf dem Rückweg sind wir auch noch kurz an einem Lodge abgestiegen, das uns hauptsächlich wegen der alten Zapfsäulen und der Aussicht auf Erleichterung anzog. Um letztere zu erreichen, mussten wir erstmal Kunde werden und so haben wir gezwungenermaßen einen dann aber verdammt leckeren Milkshake geschlürft (Sebastian und ich Schokolade, Kristin und Stephan Erdbeer, jeweils $6, totally worth it) während wir den wohltuenden Klängen eines Klavierstimmers lauschten. Kristin’s Zuckerspiegel war bereits so niedrig, dass sie gleich noch ein Schokoladeneis nachschieben musste. Den Canyon und auch die meisten National Parks kann man auch zu Pferde erleben und als wir ein entsprechendes Schild passierten wurde ich auch darüber aufgeklärt, dass es sogar ein Gesetz geben soll, dass man, sobald man eine Pferdekutsche entdeckt, mit dem Auto in den Graben fahren und es mit einer Tarndecke abdecken muss, um die Pferde nicht zu verschrecken. Da sollte man mal ausmisten bei den alten Gesetzen. An den sogenannten Grizzly Falls konnte ich es mir dann auch nicht verkneifen im Wasser rumzuplanschen und mir den Wasserfall aus der Nähe anzuschauen. Hier offenbarte der Polfilter meiner Kamera auch wieder Dinge, die normale Menschen nicht sehen, man sieht es auch auf den Fotos, dass nämlich der Stein teilweise blau reflektierend wird, wenn man die Wasserreflektionen erstmal ausblendet. Faszinierend. Auf den nächstgelegenen großen Felsbrocken, so sagten Kristin und Stephan, sei es nicht möglich hochzusteigen. Dieser grundlegende Pessimismus geht mir total zuwider, also, challenge accepted und in zwei Sätzen stand ich dann oben. Haha! Ätschibätsch. Mit ein wenig Hilfe hat’s die Kristin dann auch noch geschafft.
Der King’s Canyon geht direkt über in den Sequoia National Park, der hauptsächlcih für den Giant Forest mit riesigen Bäumen und vor allem den General Sherman Tree berühmt ist. Letzterer stellt das größte Lebewesen der Welt dar. Zwar nicht in der Höhe, die immernoch massiv ist, denn er ist ungefähr genauso hoch wie die Freiheitsstatue, aber in der Masse übertrifft er alles. War ja klar, dass das fetteste Etwas der Welt in der USA zu finden ist. Zumindest den Sequoia National Forest haben wir noch geschafft zu bestaunen. Die gewaltigen Bäume hier konnten uns dann wieder beeindrucken. Sebastian und ich haben, wie könnte es auch anders sein, massig Fotos gemacht, während Kristin und Stephan mehr oder weniger geduldig warteten oder schonmal voraus gingen. Auf Sebastian’s Seite findet man bestimmt das ein oder andere Bild, das dann auch eindrucksvoll die Größe der vergleichsweise kleineren Bäume demonstriert. Ich komm einfach nicht drumrum überall hochzusteigen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Den Gang durch einen Baumstamm mussten wir dann auch auf Video festhalten, wir machen doch eh viel zu wenige Videos, in bester Tradition sind wir von jeder Seite einmal durch. Da wir ja so spät rausgekommen waren und der King’s Canyon so langezogen war, mussten wir den Großteil des Sequoia dann auf den nächsten Tag verschieben um uns, diesmal frühzeitig, einen Campingplatz zu suchen. Wir sind übrigens immernoch dem Zeitplan voraus, trotz Unfall und manchmal müssen Sebastian und ich bremsen, wenn Kristin versucht uns anzutreiben. Das mit den Fotos versteht sie einfach nicht. Davon hatten wir’s ja schon. No offense, hopefully none taken.
Mitten im National Park wollten wir sowieso mal übernachten, außerdem ist’s billiger. Ein Park Ranger, bei dem wir uns registrieren hätten können war leider nirgends zu sehen, nette Camper nebenan erklärten uns aber das Prinzip. Sie waren sogar so nett, dass ein RV - vermutlich Holländer - dann schon den vermeintlich letzten Platz belegt hatte, den wir nämlich bei vorheriger Rundfahrt durch den Platz schon ausgemacht hatten. Wir haben dann den wirklich letzten Platz belegt. Praktischerweise muss man sich nämlich auf den National Park Campgrounds nicht groß anmelden, außer man reserviert vorher ein Plätzchen. Statt dessen parkt man sich einfach auf einen freien Platz und wartet darauf, dass ein mobiler Park Ranger in stylischem Golfcaddy vorbeikommt und abkassiert. Man warnte uns davor, dass es hier einen wirklich aktiven Bären geben soll, diesmal durften wir keinerlei Lebensmittel, auch nicht luftdicht verpackt und in der Kühlbox, im Auto oder Zelt lassen. Alles musste in eine Bärenbox, immerhin bekommt jeder seine eigene. Diese Boxen sind einfache Metallkästen, die mit einem Riegel zugemacht werden, den ein Bär mangels Fingern nicht aufbekommt. Optional kann man den Riegel noch mit einem Nagel oder gar Schloss fixieren. Damit ein potentieller Bär wenigstens ein kleines Erfolgserlebnis haben würde, haben wir noch einen Stein vor unsere Box gerollt, ein solches Hindernis wäre vermutlich machbar. Wir hatten schon gute Lust, nachts einfach mal bei den anderen Bärenkästen vorbeizuschauen und mal zu stöbern, was es da so Leckeres gibt. Man muss sich ja irgendwie beschäftigen, immerhin der erste Campingplatz ohne Internet (und ohne Duschen…). Da es noch relativ früh war, habe ich erstmal einen unglaublich entspannenden Spaziergang im breiten, seichten, kalten Bach genossen, der das Camp durchquerte. Sebastian war’s natürlich zu kalt. Ich habe, glaube ich, schonmal das Schild erwähnt, dass die Feuergefahr bekanntgab. Fire Danger HIGH stand eigentlich immer drauf, wenn wir da waren. Um Feuer zu machen braucht man eigentlich eine Sondergenehmigung. Außer auf den offiziellen Campingplätzen, da kann jeder nach Belieben Feuer machen. Völlig absurd. Die Campingplätze sind nämlich auch nicht irgendwie flurbereinigt sondern einfach nur ein Sträßchen und ein Klohäuschen an einer relativ flachen Stelle Park. Mehr ist das nicht, der Wald brennt da mindestens genauso gut wie an jeder anderen Stelle im Park. Egal, wir haben auch Feuer gemacht, unser Zelt lag auch perfekt an einem dicken gefällten Baum, zwischen 5 weiteren Bäumen, da muss der Bär sich erstmal durschlängeln. Holz gabs also genug, mit dem Feuer konnte man auch wieder fantastische Fotoexperimente anstellen. Die Fotos davon gefallen mir auch ausgesprochen gut. Braucht auch gar kein großes kompositorisches Talent, nur eine passende Kamera und das Wissen, wie man sie einstellt. Der Rest ist der wunderbare Zufall des Feuers. Einfach draufhalten und 200x abdrücken. Passt. Bären mussten wir übrigens keine bekämpfen, nur Heerscharen von Stechviechern. Trotz Bannkreis aus Autan und übermäßiger Benutzung desselben auf der Haut, wurden wir die lästigen Mücken einfach nicht los. Einfach mal wahllos in die Luft klatschen, mindestens ein Mistvieh erwischt man eigentlich immer. Obwohl wir unser Bestes taten und uns selbst unzählige Ohrfeigen verpassten, hat jeder einige Stiche davongetragen, ich habe jetzt einen großen Stich an der Stirn, passend zum alten an der Augenbraue und noch weitere am Ohr und zahlreichen anderen Stellen. Die Stiche vom zweiten Campingplatz, die ja nun schon ein paar Tage alt sind, sind auch unverändert groß und sehen langsam eher aus wie Pestbeulen. Naja, so ist das in der unberührten Natur, da muss man halt durch. Auch wenn sie einen angreift.
Wir sind dann aber auch relativ früh ins Zelt, wollten auch entsprechend früh wieder aufstehen. Da wir darum bemüht waren, gute Nachbarn zu sein, haben wir uns auch die Richtlinien dazu eingeprägt, die am Eingang aushingen. Recht einfach: „Be a good neighbor – be quiet, be quiet, be quiet, be quiet, be quiet“ war auf dem Schild zu lesen. Das fiel uns jetzt nicht schwer, uns daran zu halten. Morgens um 6 Uhr waren wir dann auch alle wach, da war es aber mit 0° gelinde gesagt scheißkalt und wir blieben lieber noch ein bisschen liegen, bis sich jemand erbarmte ein Feuerchen anzuschüren.
Auf in die Tiefen des Sequoia Giant Forest. Wer früh dran ist, kann ungestört Dummheiten machen. Sebastian hatte die tolle Idee, uns mehrfach in ein Foto zu montieren, also vor dem Sherman das Stativ aufgebaut, meine Kamera drauf montiert und einen Haufen Bilder in unterschiedlichen Postitionen gemacht. Ursprünglich war der Plan, zu zweit eine Kette um den Baum zu machen, aber an den darf man ja nicht hin, diese Version konnten wir wenig später aber an einem anderen Baum realisieren. Während ich das hier schreibe, versuchen wir die Bilder zusammenzusetzen, hoffentlich klappts. Die vielen Fotos haben Zeit gekostet, aber zum Glück waren ja nur wenige Leute so früh da. Zwischendurch noch kleine Squirrels gejagt, die Viecher sind aber echt flink und nicht so zahm wie die größeren neulich. Wer früh aufsteht, ist auch früh wieder müde, also beim nächsten Besucherzentrum Kaffee geholt, der aber ziemlich ungenießbar war. Bei der Gelegenheit konnten wir aber unsere Postkarten einwerfen und weitere Briefmarken kaufen und die nette Kassiererin vom Kaffeeladen hat mich ihre ganzen Quarters durchstöbern lassen, sodass meine Sammlung inzwischen 29 der 56 verschiedenen Münzen beinhaltet. Ich zweifle daran, dass ich die noch vervollständigen kann, dafür zahle ich zu selten bar und einige der Münzen sind richtig selten. Eine von denen habe ich wenigstens schon.
Im Sequoia gib es außer der gewaltigen Bäume keine großartigen Aussichspunkte oder andere Sehenswürdigkeiten. Wenn man keine hat, macht man sich halt welche, deswegen gibt es da jetzt den Tunnel Log, ein umgefallener Baum, den man so ausgesägt hat, dass man durchfahren kann. Ich dachte jetzt das wäre so ein riesiger Baum durch den man der Länge nach durchfahren kann, aber nein, man kann nur quer durchfahren. Beeindruckend. Nicht. Sowas kanns auch nur hier geben, der Wald kommt halt auch nicht ohne Drive-Through aus. Videos haben wir trotzdem gemacht. Eine weitere „Sehenswürdigkeit“ des Sequoia ist die Straße raus/rein aus/in dem/den Park. Steil und krum, man nennt das auch Serpentinen. Mir hat das Spaß gemacht, da runter zu fahren, auch davon gibt’s ja Videos. Jetzt kenne ich auch die Grenze für HD-Videos in der Kamera, laufzeitenunabhängig liegt die nämlich bei 4GB, macht irgendwie auch Sinn. Ziemlich genau um 12 Uhr machten wir gezwungenermaßen eine Mittagspause an einer langgezogenen Baustelle, Twinkies und Oreos, eine vollwertige Mahlzeit. Den vielen Zucker muss man erstmal mit einer schönen Dose Mountain Dew bzw. Pepsi runterspülen. Yum.
Aus dem Park raus war unsere erste Anlaufstelle eine Tanke, dann Walmart. Anscheinend bauen gerade sämtliche Walmarts, zumindest Californiens, um, im ersten gab es weder Wurst noch Käse oder irgendwelche andere Kühlwaren, außer Eis. Unser Eisverbrauch ist, wie anscheindend der jedes anderen Californiers, ziemlich hoch. Kein Wunder also, dass direkt an den Kassen die großen Gefrierschränke mit gallonenweise Eis stehen. Muss ja auch so sein, schließlich wollen wir, egal wie heiß, im Auto immernoch eiskalte Getränke schlürfen. Soviel Luxus muss sein. Nun gut, Wurst und Käse sollte man wohl auch kühlen. Beim Walmart Supercenter 20 Meilen weiter wurden wir dann fündig. Frisch eingedeckt mit Lebensmitteln haben wir uns dann auf den Weg quer durch Californien Richtung Küste aufgemacht. Unterwegs noch schnell bei einem Bauern frisches Obst gekauft, frischer geht’s wohl kaum, außerdem haben wir eine sehr wohlschmeckende Kreation aus Pflaume und Aprikose probieren dürfen und dann auch gekauft. Hoffe, die gibt es bald auch bei uns. Eine Honigmelone hätten wir auch gern mitgenommen, allerdings kriegen wir die mit unseren Plastikmessern wohl kaum aufgeschnitten. Dass wir die Machete damals nicht mitgenommen haben, beißt uns wiedermal in den Arsch. Die Dinger sind aber auch vielseitig einsetzbar, meint man gar nicht. Auf dem Weg zur Küste hatten wir Gelegenheit einen Querschnitt durch sämtliche Vegetationen Californiens zu betrachten. Bei den gewaltigen Gebirgen der Nationalparks scheint es kaum möglich, dass da noch so riesiges Flachland dahinter liegt. Sogar kleine Windhosen haben wir da zu Gesicht bekommen bevor es wieder in die hügeligeren Regionen ging. Gelbe Hügel vor blauem Himmel. Irgendwie auch hübsch. Dafür sind die Straßen eine Krankheit. Die Serpentinen im National Park verliefen ja wenigstens gleichmäßig steil bergab, in den gelben Hügeln geht’s dann richtig achterbahnmäßig zu. Da hebt’s und senkt’s das Auto. Und die Mägen. Glücklicherweise haben Sebastian und ich vorher beim Walmart nur einen Bucket, also Eimer, frittiertes Hühnchen in uns reingestopft. Superlecker. Und Sebastian meinte, mit meiner Mütze und dem Hühnchen im Mund würde ich so richtig amerikanisch aussehen. Fantastisch, bin schon perfekt integriert. Und laut Officer Schiesser (der seinen Namen selbst übrigens tatsächlich „Schisser“ ausgesprochen hat) hätte ich ja auch kaum Probleme, einen Job zu kriegen. Gut, meine Optionen zu kennen. Wegen der immer stärker werdenden Übelkeit haben Sebastian und ich dann irgendwann angefangen, uns irgendwelche hässlichen Alibi-Landschaften als Ausrede herzunehmen um mal anzuhalten und „Fotos zu machen“, in Wahrheit wollten wir einfach mal ein paar Meter stabilen Boden genießen. Teilweise sieht die Straße da aber auch aus als hätt jemand einfach ein Stück rausgebissen. Dennoch gibt’s hier noch irgendwelche Geisteskranken, die uns überholen und noch schneller über die Hügel rauschen. Am Anfang war die Gegend ja noch schön, irgendwann wurde es dann aber doch eintönig bis man dann nur noch dem Sand die Vorfahrt nehmen könnte. Auf eine Farm haben wir uns gegen Ende dann auch mal verirrt.
Abgestiegen sind wir jetzt in einer wunderschönen Stadt namens King City, direkt am Highway 101 irgendwo Richtung californischer Küste. Man könnte aber auch meinen, irgendwo falsch abgebogen zu sein und versehentlich in Mexico gelandet zu sein. Irgendwie gibt’s hier niemanden dessen Muttersprache englisch ist. Somit war es für uns auch schwer, jemanden zu finden, der verstand, wonach wir suchten, wenn ich nach einem Campingplatz mit Zeltplätzen, nicht nur RV, fragte. Scheinbar kennt man sowas wie ein Zelt hier nicht. Nachdem wir bei einigen Läden, in denen wir mit spanisch sicher mehr erreicht hätten, angehalten hatten, war die Stadtrundfahrt eigentlich auch schon perfekt. Einen gewaltigen Park für RVs, inklusive Landwirtschaftsmuseum, gibt es hier, einen Campingplatz wie wir ihn uns vorstellten konnten wir aber nicht finden. Macht nichts, es darf auch mal wieder Motel sein, eine weitere Nacht ohne Dusche können wir definitiv nicht ertragen. Motels gibt’s hier auch genug, aber auch genügend die weniger einladend waren als das letzte. Und das bei Tag. Wenn schon Motel, dann solls aber auch das schönste sein. $87 mit Steuer für 4 Personen ist auch in Ordnung, die Empfangsdame konnte sogar recht gut englisch und WLAN haben wir ja auch. Der Härtetest kommt noch, wenn wir die Videos hochzuladen versuchen. Zuerst muss ich mich eh noch um die Fotos kümmern. Der Text ist erstmal das Wichtigste, ihr wartet doch schon sehnsüchtig auf ein Lebenszeichen von uns. Ob ich es auch noch schaffe, ein paar Panoramen zu entwickeln wird sich zeigen. In Word hab ich jetzt aber fast 8 Seiten geschrieben, das ist doch schonmal was.
Kann schon sein, dass ich teilweise nicht ganz so ausführlich geschrieben habe, wie bisher. Wenn jemand Fragen hat oder irgendwas genauer wissen will, gerne.
Die Fotos sind wie immer einfach durch den Konverter gejagt, ohne die irgendwie richtig zu entwickeln, also nicht wundern wenn die farblich nicht so der Hit sind. Wenn ich die mal in Ruhe einzeln entwickeln kann, sehen die gleich viel schöner aus. Aber, um eine kleine Ahnung zu erhaschen sind die schon ganz ok. Auch relativ wahllos mal schnell ein paar rausgepickt, gibt's bestimmt noch viele andere tolle. Naja.
So, kurz vor Mitternacht haben wir das mit den Montagebildern leider noch nicht fertig, es war uns erstmal wichtiger, viel Text und ein paar "normale" Bilder online zu stellen. Außerdem finden wir das Video von der California Road urkomisch und mussten das dringend hochstellen. Heute hats sogar mal bei einem Videohoster funktioniert und man kann direkt hier auf der Seite schauen, ohne groß runterzuladen und in voller Länge. Haben noch mehr, kommt noch. Braucht alles sauviel Zeit, von der wir doch so wenig haben ;-). Vor allem das Hochladen, wobei das Internet in diesem schnucken Motel gar nicht übel ist. Viel Spaß erstmal und hinterlasst doch ein paar Rückmeldungen. Freut uns immer sehr!
Da ich gestern ja die meiste Zeit am Fahren war, gibt’s dazu nicht besonders viele Bilder, habe inzwischen ein paar wenige hochgeladen, zu finden unter dem Eintrag „Californien“.
San Francisco. Die erste große Stadt seit Seattle. Die Entwicklung des Klimas verläuft doch weniger linear als ich gedacht hätte. Nach dem kühlen Seattle, heißen Crater Lake und der sonnigen Fahrt durch Californien, ist San Francisco derzeit wieder eher auf dem Temperaturniveau von Seattle, wenn nicht kälter. Ca. 14° hat es hier die meiste Zeit und die Wolkendecker ist bisher nur einmal kurz aufgerissen. Von sunny California und Flower Power keine Spur derzeit.
Wir lassen uns vom schlechten Wetter trotzdem nicht den Spaß verderben. Allein die Fahrt in die Stadt war ja sehr witzig und auch das Fahren selbst macht in San Francisco ziemlich viel Spaß, da die Straßen ja immer entweder gerade bergauf oder gerade bergab gehen. Nur Querstraßen sind eben. Ist ein bisschen schwer zu beschreiben, es macht jedenfalls Mordsspaß die Straße runterzurauschen und nach den Querstraßen immer das Gefühl zu haben, kurz in der Luft zu hängen.
Unser Motel, das Townhouse Motel, liegt mitten in der Lombard Street, die, gepflastert von weiteren ausgebuchten Motels, direkt zur Golden Gate Bridge führt. Was jetzt nicht heißt, dass wir direkt an der Golden Gate Bridge hausen, die Straßen hier sind ziemlich lang. Die erste Nacht war gegen erste Befürchtungen sehr ruhig, da war der Bach hinterm Zelt in der Nacht davor lauter. Im Motel haben wir sogar „Frühstück“ bekommen. Letztlich war das Kaffee, Orangensaft, verschiedene Muffins und Obst. Besser als nichts. Eine Kaffemaschine haben wir übrigens auch auf dem Zimmer, hab ich sonst noch nirgends so gesehen.
San Francisco kann man super zu Fuß erkunden, sagte zumindest der Cousin von Kristin. Erstmal Richtung Meer. Fisherman’s Wharf ist schließlich gleich die Straße runter links. Obwohl das Wetter immernoch grau in grau ist, haben Sebastian und ich tonnenweise wunderschön wolkige Bilder und Panorama Shots (die alle noch zusammengerechnet werden müssen) gemacht. Die erste bekannte Sehenswürdigkeit die wir so zu Gesicht bekamen, war die ehemalige Gefängnisinsel Alcatraz aka The Rock. Sollte in einem der Panorama Shots, die bis ich den Beitrag geschrieben habe hoffentlich fertig sind, zu sehen sein. Auch die Golden Gate Bridge konnte man von da aus in der Ferne im Dunst ausmachen. Am Pier war es eigentlich recht schön, das Wetter passte da irgendwie dazu und das ein oder andere schöne Foto ist dann doch entstanden. Außerdem konnte man im Wasser doch tatsächlich Schwimmer entdecken. Ziemlich harte Säue, die offenbar zu irgendeinem Dolphin’s Schwimmverein gehören.
Am Fisherman’s Wharf ist eine kleine Shoppingmeile, nachdem ich sowieso ein wenig mager mit Klamotten ausgestattet hierher gekommen bin, habe ich das ein oder andere anprobiert und auch gekauft. Ausbeute heute: ein T-Shirt und Kaputzenpulli, jeweils mit Aufschrift San Francisco, sowie eine Baseball Cap. Dank der Stilberatung durch Kristin und Stephan, die unter anderem meine Gesichtsform wieder professinell analysierten um die richtige Mütze zu finden, sieht das Zeug an mir auch zertifiziert gut aus. Ich durfte den Pulli übrigens in small kaufen. Kann mich nicht erinnern wann ich das zuletzt gemacht habe. Kristin‘s T-Shirt dagegen ist large.Lass ich jetzt einfach mal so stehen. In jeder Stadt gibt es grundsätzlich auch ein Sparangebot auf Postkarten, eines wie in San Francisco ist uns bisher aber nicht untergekommen. 1 Karte 25 cent, 9 Karten $1. Wer also eine Karte will, ich hab reichlich.
Frische Meeresfrüchte könnte man an der Uferpromenade auch essen, sind aber eher teuer. Immerhin haben wir lebende Krebse zu Gesicht bekommen und gelernt wie man die ordnungsgemäß zubereitet. Topf auf, Krebs rein, Topf zu. Fertig. Wenn man schonmal am Hafen ist, sollte man natürlich auch eine Hafenrundfahrt machen. Sogar einen Audioführer kriegt man dazu. Die Tour führte uns zunächst in Richtung Golden Gate Bridge und ich persönlich habe mich sehr gefreut, dass im Kommentar sogar die berühmte Szene aus Hitchcock’s Vertigo erwähnt wurde, in der James Stewart (wer aufmerksam gelesen hat, weiß, dass er mein Lieblingsschauspieler ist) Kim Novak vor dem Ertrinken rettet. Das Boot fuhr auch einmal unter der Golden Gate Bridge durch und machte sich dann auf den Weg Richtung Alcatraz. Während der Fahrt konnte man auch die Skyline von San Francisco bestaunen, soweit im Nebel sichtbar. Alcatraz mit dem Boot zu umrunden ist eigentlich ausreichend, ansonsten ist die Insel eine ziemliche Touristenmelkmaschine. Fahrt kostet, reingehen nochmal. Innerhalb einer Stunde Fahrt hab ich es auf fast 500 Fotos gebracht, hauptsächlich sind daran die zahlreichen Panorama Shots Schuld, von denen ich doch einige machen musste, man weiß nie wie gut die am Ende werden und ich denke am Ende der Reise kann ich nochmal viel viel Zeit mit den tonnenweise Fotos zubringen. Auch die einfach mal schnell entwickelten Bildern die ich jetzt immer hochlade sind streng genommen noch Rohlinge, da lässt sich noch viel rausholen. Segen und Fluch des RAW-Formats digitaler Spigelreflexkameras. Am Ende der Bootstour fragte uns eine hübsche junge Bootsbegleitern, ob wir nicht einen Luftballon haben wollten. Natürlich sagen Sebastian und ich da nicht nein, man muss auch mal kindisch sein, frei nach dem Motto „wo mich keiner kennt, ist mir auch nichts peinlich“. Ihr Kollege, der uns am Pier begrüßte, fand das auch recht witzig, lachte, „yeah, whatever. Have fun.“. Haben wir, sieht man doch!
Ich habe meinen Ballon dann auch den ganzen Tag munter mit mir rumgetragen, auch wenn es ab und zu ein wenig genervt hat wenn er vom Wind wahlweise gegen meinen Kopf oder in die Schusslinie meiner Kamera geweht wurde. Sebastian hat seinen dafür recht schnell verloren, der hat sich einfach von der Schnur gelöst, direkt unter einem Fußgängerüberweg neben In’n’Out Burger, wo wir zu mittag gegessen haben. In’n’Out Burger wurde mir von einer Freundin empfohlen. Der Burger war recht gut, allerdings jetzt nichts weltbewegendes. Besser als die bei Burger King oder Mc Donald’s war er allerdings allemal. Hier konnte man auch beobachten, dass Tauben grundsätzlich dümmer sind als Spatzen. Die Tauben kloppen sich nämlich solange um herumliegende Pommes (und wenn man mal eine hat läuft man natürlich gleich wieder Richtung Gruppe anstatt sich ein ruhiges Plätzchen zum Verzehr zu suchen) bis die Pommes runterfallen, ein Spatz sie schnappt und sich selbstverständlich sofort davon macht.
Frisch gestärkt gings zu Fuß weiter. Die Straßen hier sind mördersteil, sodass sowohl aufwärts als auch abwärts zu gehen anstrengend ist. Man darf sich schon wundern, wer auf die Schnapsidee gekommen ist hier eine Stadt hinzustellen. Kein Wunder also, dass wir hier deutlich weniger fette Amerikaner zu Gesicht bekommen, von Touristen mal abgesehen. Wie steil das mitunter ist, haben wir versucht in einigen Fotos zu demonstrieren, vor allem vom roten Garagentor waren wir sehr angetan. Unser Ziel war das obere Ende der Lombard Street, das krümmste Straßenstück der Welt. Macht irgendwie den Anschein einer künstlichen Touristenattraktion, macht das ganze aber nicht minder sehenswert. Kein Mensch müsste durch diese Straße fahren, aber jeder tut es natürlich trotzdem und hat scheinbar ordentlich Spaß dran. Dort haben wir auch Landsleute getroffen, aus Nürnberg, die ebenfalls auf einem Road Trip sind. Im Gegensatz zu anderen amerikanischen Städten, wo grundsätzlich alle Parkplätze schräg sind (auch in Parkhäusern), muss man sich hier in 90° zum Berg hinstellen, offenbar kann keine noch so gute Handbremse garantieren, dass ein Auto auch am Hang stehen bleibt. Deutsche Fahrlehrer hätten hier sicher eine Heidenfreude ihre Fahrschüler mit Berganfahrt zu drangsalieren. San Francisco mit einem Auto ohne Automatikgetriebe befahren zu wollen ist schon sehr mutig.
In dem Stadteil, wo wir uns heute rumgetrieben haben fahren auch die berühmten Cable Cars. Eine Fahrt kostet $5, aber man muss ja mal mitgefahren sein. Schließlich existiert auf der ganzen Welt kein anderes Verkehrssystem, das diese Technik benutzt. Die Wagons selbst haben keinerlei Antrieb. Zwischen den Schienen verläuft unter der Straße ein Kabel mit kontinuierlich 9.5 mp/h. Ein Cable Car besitz dann eine Art Greifarm, mit dem man an das Kabel andocken kann. Um das Cable Car zu beschleunigen kann man natürlich nicht einfach feste zudrücken und promt mit Vollgeschwindigkeit losfahren, sondern zunächst nur leicht, sodass das Kabel erst noch zwischen dem Greifarm durchschleift. Im Cable Car Museum, zu dem der Eintritt wie bei den meisten eher lehrreichen Sehenswürdigkeiten frei war, konnte man dann auch das Zentrum des Systems und die 4 großen Rollensysteme bewundern über die die 4 Kabel der 4 Cable Car Linien verlaufen.
Auf dem Weg zur Transamerica Pyriamid, dem auffälligsten Wolkenkratzer San Franciscos, haben wir auch Chinatown durchquert. Da gab es viele Chinesen. Schon ein paar Straßen vorher wurden wir von einem munteren Chinesen angesprochen, der uns auch gleich fragte wo wir denn her wären. Wie sich herausstellte, war er ein großer Fußballfan und fragte doch gleich, wo eigentlich Ballack und Kahn bei der WM waren. Lustiger Zeitgenosse. Für die Aufklärung in Sachen Fußball revanchierte er sich mit ein paar Tipps zu den besten Ecken Chinatowns, versprach, auch mal nach Deutschland zu kommen und verabschiedete sich zum Bus. Chinatown hat mir auch ziemlich gut gefallen, erst dachte ich, da geht’s doch viel zu gesittet zu, das hab ich mir anders vorgestellt, bis wir an einem kleinen Platz/Park vorbeikamen, wo wohl das Zentrum des sozialen Lebens war und beispielsweise von Umstehenden hitzig diskutierte Spiele (nein, kein Mahjong) beobachtet werden konnten.
Abgesehen von der Architektur ist die Transamerica Pyramid nicht weiter weltbewegend und nach den inzwischen vielen Laufkilometern brauchten wir dringend eine kleine Stärkung. Falls ihr auch mal nach San Francisco kommt, am Corso Christofo Colombo gibt’s richtig gute Donuts. Der Laden heißt Happy Donut (wer würde schon gern traurige Donuts essen) und weil sie so lecker waren, haben Sebastian und ich gleich ein halbes Dutzend schokoüberzogene für günstige $4 mitgenommen. Scheint auch nicht so bekannt zu sein, im Laden selbst war nicht viel los und außer uns waren nur Chinesen da. Essen und Chinesen, da fühl ich mich wohl. Währenddessen ist die Wolkendecke doch glatt mal etwas aufgerissen, sodass es doch einige hübschere Bilder mit blauem Himmel gibt. Unweit der Transamerica Pyramid, vorbei an der Scientology Kirche (ausnahmsweise wurden mal nicht versucht uns zu konvertieren), dachten wir, die Peter und Paul Kirche gefunden zu haben, vor der mal ein berühmtes, wenn auch gestelltes, Hochzeitsfoto von Marilyn Monroe gemacht wurde (nach standesamtlicher Hochzeit inszeniert für die katholischen Verwandten des Bräutigams). Wie sich jedoch herausstellte, hatte die Kirche zwar auch zwei Türme, war aber dann doch die Franz von Assisi Kirche. Egal, auch schön. Immerhin sind wir so auch auf „The Stinking Rose“ (die stinkende Rose) gestoßen, hier wird damit geworben, dass Knoblauch mit Essen gewürzt wird.
Auf dem Heimweg wurde unser Tag nochmal versüßt „free battery!“. Haben wir doch glatt eine Porsche Autobatterie, Made in Germany, gefunden. Es sind halt doch die kleinen Dinge.
Man kann jetzt den Eindruck kriegen, wir hätten gar nicht so viel gesehen den ganzen Tag, in San Francisco ist das auch wirklich schwer, denn alles sehenswerte ist so unglaublich weit auseinander. Heute haben wir uns nur in ca. einem Viertel der Stadt bewegt. Die tollen steilen Straßen verlieren ihre Faszination auch kein bisschen, sodass man da immer wieder stehen bleibt. Obwohl wir massig Fotos gemacht haben, ist die Ausbeute wirklich guter Bilder relativ gering und die Stimmung einzufangen ist nur schwer möglich. San Francisco ist anders, als wir uns das vorgestellt hatten (und ihr euch das vermutlich vorstellt), aber trotzdem sehr toll, ich freue mich schon auf morgen.
Zum Abendessen haben wir uns Hühnchen Shanghai ins Motel bestellt. Gar nicht übel. Ursprünglich hätten wir schon morgen vor 11 Uhr aus dem Motel auschecken müssen, nachdem wir aber unseren nicht unerheblichen Charme haben spielen lassen, hat die Motelmutter doch noch ein Zimmer mit zwei Doppelbetten gefunden, das morgen früh frei wird, sodass wir noch eine Nacht in San Francisco dranhängen können. Bin gespannt auf morgen und hoffe, dass ich viel interessantes zu berichten und schöne Bilder zu präsentieren habe.
Kurzer Hinweis: Der vorherige Eintrag zu Oregon wurde noch deutlich ergänzt.
California here we come. Kurz nach der Grenze mussten wir auch gleich mal anhalten. Die Kontrolle ähnelte einer Mautstation, sodass wir erst dachten dass eben diese ab jetzt fällig wäre. Wir wurden allerdings nur kurz gefragt, ob wir irgendwelche Pflanzen dabei hätten. Einfach „no“ sagen und schon kanns weiter gehen. So leicht könnte man Unkraut einschleppen. Pflanzen haben wir ja auch gar keine dabei, abgesehen von Bananen sind unsere Snacks eher nicht pflanzlicher Natur. Derzeit gibt’s Twinkies (kleine Bisquitrolle mit Sahnefüllung), Müsliriegel, Cracker Jack (Caramel-Popcorn und Erdnüsse), Chips (Lays Sour Cream & Onion) und klassische Twix. Dazu wahlweise Mountain Dew, Pepsi, Wasser (Gallonenweise = 4 Liter) oder Eistee (instant).
Es wird langsam wärmer. Nachdem es in Seattle ja doch eher frisch war, ich mir dann auf dem Weg zum Crater Lake einen leichten Sonnebrand geholt hatte, erreichten wir heute bis zu 90°F, ca. 33°C. Bis zu. Inzwischen sind wir in San Francisco angekommen und hier ist es dann doch eher kühl, 14°C und Wind.
Der Weg nach San Francisco war lang. Im Prinzip gibt es vom Tag nichts zu berichten, außer, dass wir, für einen Road-Trip ja doch relativ typisch, auf der Straße unterwegs waren. Zeit, einige Beobachtungen über den amerikanischen Verkehr mit euch zu teilen. Ab grob 12 Uhr hatte ich nämlich das Vergnügen, den Fahrdienst zu übernehmen und habe, damit ich auch ja nichts vergesse, Sebastian immer Stichwörter zu meinen Beobachtungen diktiert.
Erstmal recht angenehm, dass man in Californien grundsätzlich 70 Meilen/Stunde (grob 112km/h) auf dem Highway fahren darf. Für deutsche Verhältnisse zwar immernoch langsam, aber doch bisher das Höchstmaß das wir fahren durften. Man bekommt hier auch immerwieder auf Schildern mitgeteilt, dass die Geschwindigkeitsüberwachung aus der Luft per Flugzeug erfolgt. Wird man also abgeschossen wenn man es etwas eilig hat? Soviel drohen müssen die uns eigentlich gar nicht, denn an sich ist zu schnell fahren hier schweineteuer, vor allem in unserem Alter. Überhaupt habe ich mich hier wieder sehr schnell an Fahrschulzeiten zurückerinnert. Grundsätzlich sind wir die einzigen, die sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten, immer schön rechts fahren und beim Spurwechsel blinken. Da die Karre so lang ist, darf man auch den Schulterblick unter keinen Umständen vergessen.
Als wir auf den Highway gefahren sind war ich erstmal kurz verwirrt, rechts und links der Auffahrt waren Ampeln, die immer im Wechsel rot bzw. grün waren. Irgendwo hatte man also immer rot und die Schaltzeit war auch extrem kurz. Bis es mir dann dämmerte, dass es sich hierbei um Einfädeln für ganz Dumme handelt. Es wird also abwechselnd auf den beiden Spuren ein Auto durchgelassen und schon haben wir wunderbares Reißverschlussverfahren. Bescheuert.
Auf dem Highway können einem dann auch durchaus kuriose Warnschilder begegnen, unter anderem wird vor Fahrrädern auf dem Highway gewarnt, was vielleicht daran liegen könnte, dass direkt neben dem Highway oft der Fahradweg verläuft. Auf dem ist übrigens Speed Limit 35mph (56km/h), das muss erstmal einer schaffen, vielleicht gibt’s da ja irgendwo besonders schnelle Jogger. Amerikanische Highways sind saulang, absolute Verschwendung da Leitplanken aufzustellen und so läuft die Straße relativ nackig durch die Landschaft, zwischen den 3-5 Fahrstreifen in jede Richtung lässt man dann einfach großzügig Platz, damit es wenigstens ein wenig erschwert wird, in den Gegenverkehr zu fahren. Auf Brücken gibt es zwar sowas wie Leitplanken, die sind aber so niedrig, dass sie maximal dann vorm Absturz schützen würden, wenn man da Parken würde, mit 2-3 Mann könntest du ein Auto aber bestimmt trotzdem locker versenken.
Wir sind übrigens grundsätzlich im Zentrum der Aufmerksamkeit wenn wir mit unserem Auto irgendwo aufkreuzen und zwar wegen dem Nummernschild. Wenn man sich hier umguckt, sieht man nur Autos aus dem Bundesstaat, in dem man sich gerade befindet, rumfahren. Unser Auto ziert ein Nummernschild aus New York und als wäre das nicht genug, ist es auch noch auffallend warngelb. Wir sind also quasi die Holländer hier. Macht aber durchaus Spaß im Rückspiegel oder auch sonst die Leute zu beobachten, wie sie alle gucken und sich wundern. Manch einer hielt uns schon für New Yorker, bis sie uns dann haben reden hören, da merkt man dann doch recht schnell dass wir von noch ein bisschen weiter weg herkommen.
Elefantenrennen (Trucks nebeneinander mit unmerklich unterschiedlicher Geschwindigkeit) sind hier übrigens nicht verboten, konnte ich heute auch schon das ein oder andere beobachten. Ich hatte auch soviel Zeit zum beobachten, der Tempomat hat mir ja die meiste Arbeit abgenommen, auf den oft langen geraden Streckenabschnitten sowieso. Das Teil ist klasse, vor allem weil man auch bremsen und selbst Gas geben kann ohne dass der Tempomat rausspringt, ein Tippen am Hebel und schon beschleunigt oder bremst er wieder auf die gewünschte Geschwindigkeit.
Verstöße im Straßenverkehr sind hier wahnsinnig teuer. Drängeln zum Beispiel kostet $1000. Weils so teuer ist, machts auch keiner. Sollte man dringend mal in Deutschland einführen. Was rechts überholen kostet, habe ich bisher nicht herausfinden können, ist aber anscheinend noch im Bereich dessen, was sich der Durchschnittsamerikaner leisten kann, denn die meisten haben kein Problem damit, mal schnell rechts zu überholen, außer die Highway Patrol, der Sherriff oder ähnliches ist in der Nähe, dann wird’s plötzlich gesittet. Deswegen fährt der Sherriff auch immer ganz links.
Eine fantastische Erfindung, die in Deutschland auf jeden Fall noch fehlt ist die Carpool Lane. Hat man mindestens 3 Leute im Auto, darf man die benutzen, hat man weniger, kostets mindestens $271. So kann man durchaus dichtem Verkehr oder gar einem Stau entkommen. Sehr sehr praktisch.
Zwischendurch haben wir einen kurzen Umweg nach Sacramento, der Hauptstadt Californiens, gemacht. Wenns schon die Hauptstadt ist, muss man ja auch mal dortgewesen sein, auch wenn wir keinen genauen Plan hatten, was man denn da tolles sehen könnte. Was wir dann gefunden haben, war eine sehr hübsche Kirche und das Regierungsgebäude, ein wenig die Innenstadt angeguckt und einen Happen gegessen (Burger, wenn auch nicht bei In’n’Out Burgers). Und dann sind wir da noch auf ein Gebäude mit der Aufschrift "Professional Building" gestoßen. Sowas, gibts hier schon professionelle Gebäude. Ein paar Besonderheiten im Stadtverkehr: Erstmals bin ich hier auf 3-spurige Einbahnstraßen gestoßen. Prinzipiell darf man an einer roten Ampel rechts abbiegen, wenn frei ist. Ähnlich dem grünen-Pfeil-Schild bei uns, nur waren wir uns auch nicht immer sicher obs jetzt geht oder nicht, manchmal gibt’s Schilder, manchmal nicht und von Staat zu Staat kanns ja auch unterschiedlich sein. Im Zweifelsfall darauf warten, dass der Hintermann hupt. Rechts vor links gibt’s in Amerika nicht. Dafür massig Stopschilder, an denen es auch ratsam ist anzuhalten. Unter Umständen kommt man an eine Kreuzung mit 4 Stopschildern. Wer dann wann fahren darf entscheidet sich dann folgendermaßen: Wer zuerst an der Linie gestanden war, darf auch zuerst fahren. Das erfordert natürlich eine schnelle Auffassungsgabe und kognitive Fähigkeiten. Warum einfach, wenns auch umständlich geht? Hat man sich mal daran gewöhnt, leert sich eine solche Kreuzung doch recht fix und unfallfrei.
In Sacramento verlangte unser Auto auch nach einem Ölwechsel. Ganz amerikanisch haben wir diese Meldung einfach mal ignoriert. Für die Wartung des Leihwagens fühlen wir uns eigentlich nicht verantwortlich, werden morgen aber den Ölstand mal prüfen.
Landschaftlich gefällt mir Californien doch recht gut, auch sich die Farbpalette der Umwelt hauptsächlich von gelb bis braun erstreckt. Ich frage mich, wer auf die Idee kam, dazwischen Obstplantagen einzurichten. Auf dem Weg nach San Francisco konnte ich dann auch zum ersten Mal eine Ölraffinerie in Lebensgröße bewundern. Schon groß. Kurz vor San Francisco darf man dann auch schonmal eine billig-Golden-Gate-Bridge queren. Spätestens hier wurde uns klar, dass wir heute wohl keine schönen Bilder mehr von der Golden Gate Bridge machen würden. Noch nie habe ich so tief hängende Wolken gesehen. Man hatte den Eindruck, wenn man anhalten und aufs Dach steigen würde, könnte man sich Zuckerwatte vom Himmel pflücken.
Kurz vor San Francisco fuhren wir dann in unseren ersten richtigen Stau. Schön dabei ist, dass es neben der Straße Anzeigetafeln gibt, die dir eine grobe Schätzung über die Aufenthaltsdauer im Stau angeben, abhänig davon, wo man hin will. Vor uns kam es dann auch beinahe zu einem ordentlichen Unfall. Da wollten zwei vor mir von unterschiedlichen Seiten auf meine Spur wechseln, der von rechts konnte geradenoch ausweichen, einen kurzen Schlenker später hat er sich vor seinem Widersacher reingedrückt. Das hab ich nun davon, dass ich Sicherheitsabstand halte. Für die Brückenbenutzung
Im Stau hatten wir trotzdem eine Menge Spaß. Erstmal konnten wir in aller Ruhe die Reaktionen auf unser New Yorker Kennzeichen studieren, dann ist es interessant, dass man vor der Mautstation (für die Brückenbenutzung nach San Francisco fällt eine Gebühr an) in verschiedene Fahrspuren sortiert wird, es gibt da offenbar ein Fasttrak™ (TM!) System, auf dem Vielfahrer eigentlich schneller voran kommen sollen, es letztlich aber auch nicht tun. Währenddessen sieht man auch schonmal eine unendlich krumme Straße über den Highway laufen. Warum sollte man die Brücke auch gerade bauen, dann könnte man doch gar kein so lustiges Schild aufstellen, das vor um- und demensprechend herunterstürzenden LKWs warnt.
Nach einer Weile wurde es dann doch ein bisschen langweilig im Stau. Kristin hatte sich eh schon vor lauter Langweile den Bauch mit Süßigkeiten vollgestopft, der war dann schon schlecht. Zeit für mich, zu beweisen, dass man einen Twinkie in weniger als zwei Bissen verzehren kann. Mission geglückt, Patient tot. Also der Twinkie. Plötzlich wurde es dann doch noch spannend. Vor 19 Uhr beträgt die Maut $6, ab 19 Uhr nur noch $4. Da mussten wir doch ziemlich zittern, es war wirklich verdammt knapp, wir waren dann wohl das zweite Auto, das nur den vergünstigten Satz zahlen musste. Wir haben uns gefreut wie Schnitzel in ner Pfanne, auch wenn wir in der Wartezeit bestimmt mehr als die gesparten zwei Dollar an Sprit verbraucht hatten. Über die lange Brücke zu fahren hatte dann fast etwas surreales, denn jetzt waren wir nur noch umgeben von Wolken. Es schien, als würde die Brücke durch einen Tunnel von Nichts führen. Downtown San Francisco sah auch recht lustig aus, Wolkenkratzer tragen ihren Namen heute nicht zu unrecht. Dann, die ersehnte Golden Gate Bridge. Auf der ist übrigens Reifen wechseln verboten. Am Aussichtspunkt ein paar Fotos gemacht, traumhaft. Ich finde sowieso, es gibt viel zu viele Sonnenschein-Bilder von dieser Brücke. Zeit sie auch mal in einem anderen Licht zu präsentieren. Wenn ihr kurz in den Blog von Sebastian rüber schaut (Link rechts), seht ihr auch wie schön windig es da war. Kein Grund, da nicht in kurzer Hose, T-Shirt und Flip-Flops aufzutauchen.
Die nächsten beiden Nächte verbringen wir dann in einem Motel (zum Glück in letzter Zeit keine derartigen Horrorfilme geschaut), da es mit unserer Reservierung gestern abend offenbar nicht geklappt hat, haben wir jetzt getrennte Zimmer. Eines mit Queen Size Bett, eines mit Queen Size Bad. Man merkt, dass Sebastian, Kristin und Stephan schon ein wenig länger hier sind, das Auto stand zuerst vor Zimmer 103 (Erdgeschoss), das Sebastian und ich uns jetzt teilen. Kristin und Stephan wohnen in Zimmer 110 (ebenfalls Erdgeschoss). Zum Ausladen wurde das Auto dann umgeparkt vor Zimmer 110. Amerikanisch eben.